Das MäuseWerk
Kleines Lexikon
Wenn du mit dem Nähen beginnst, begegnen dir
viele Abkürzungen und Fachbegriffe. Hier findest
du die wichtigsten Begriffe einfach und
verständlich erklärt.
Erstmal die Basics
Ein Schnittmuster ist die Vorlage für dein Nähprojekt. Es besteht aus einzelnen Papierschnitten für Vorderteil, Rückteil, Ärmel usw. Diese Teile überträgst du auf deinen Stoff und schneidest sie aus.
Ohne Schnittmuster kein Kleidungsstück – es ist quasi der Bauplan.
Die Nahtzugabe ist der Stoffrand zwischen Schnittkante und späterer Naht. Sie sorgt dafür, dass du die Stoffteile zusammennähen kannst. Meist beträgt sie:
- 0,7 cm (oft bei Kinderkleidung oder Overlock)
- 1 cm
Wichtig: Manche Schnittmuster enthalten die Nahtzugabe bereits – andere nicht.
Die Saumzugabe ist der zusätzliche Stoff am unteren Rand eines Kleidungsstücks (z. B. bei Ärmeln oder am Rock). Dieser Stoff wird nach innen umgeschlagen und festgenäht, damit die Kante sauber aussieht.
Meist liegt diese zwischen 2,5 bis 3 cm. Kürzer empfehle ich nicht, da sich der Stoff dann gerne beim Tragen umklappt.
Die Nahtlinie ist die Linie, auf der tatsächlich genäht wird. Sie liegt innerhalb der Nahtzugabe. Viele Anfänger verwechseln Nahtzugabe und Nahtlinie.
„Im Stoffbruch zuschneiden“ bedeutet, dass der Stoff doppelt liegt und das Schnittteil an der gefalteten Kante angelegt wird. So entsteht ein symmetrisches Teil ohne Mittelnaht.
Der Fadenlauf zeigt die Richtung an, in der ein Schnittteil auf den Stoff gelegt werden muss. Er sorgt dafür, dass das Kleidungsstück später richtig fällt und sich nicht verzieht.
Oft steht der Begriff Musterlauf noch dazu. So siehst du, ob du den Stoff richtig zuschneidest. Wird gegen den Musterlauf geschnitten, muss der Stoff so zugeschnitten werden, dass das Muster auf dem Kopf steht.
Stretch bedeutet, dass ein Stoff dehnbar ist. Er gibt beim Ziehen nach und geht wieder in seine ursprüngliche Form zurück.
Ein elastischer Stich dehnt sich mit dem Stoff mit. Er wird bei dehnbaren Stoffen wie Jersey oder Sweat verwendet. Beispiele:
- Zickzackstich
- Dreifach-Geradstich
- Overlockstich
Der Geradstich ist der normale, gerade Stich deiner Nähmaschine. Er wird für Webware (nicht dehnbare Stoffe) verwendet. Das ist der Standardstich für die meisten Nähte.
Kleine Kniffe beim Nähen
Wenn du im Nahtschatten nähst, setzt du deine neue Naht genau in eine bereits bestehende Naht. So ist die neue Naht von außen kaum sichtbar. Diese Technik wird oft verwendet bei:
- Hosen- oder Rockbünde: Um den innenliegenden Bund festzusteppen, damit er beim Tragen nicht umklappt.
- Blenden und Belege: Zum unsichtbaren Befestigen von Blenden an Cardigans, Jacken oder Ausschnitten.
- Taschenfutter: Um Außen- und Innenfutter an bestimmten Kanten unauffällig zu verbinden.
- Patchwork und Quilten: Um Blöcke präzise auf der tieferen Seite neben der gebügelten Nahtzugabe zu vernähen.
Der Matratzenstich ist eine Handnähtechnik, mit der zwei Stoffkanten unsichtbar miteinander verbunden werden. Er wird oft verwendet bei:
- Wendeöffnungen (z. B. bei Kissen oder Taschen)
- Kuscheltieren
- Patchwork
- Futterarbeiten
- zum Schließen von kleinen Öffnungen
Beim Versäubern werden Stoffkanten so genäht, dass sie nicht ausfransen. Das geht mit:
- Zickzackstich
- Overlock
- Versäuberungsstich
Absteppen bedeutet, eine Naht oder Kante von außen noch einmal knappkantig festzunähen. Diese sichtbare Naht nennt man Absteppnaht.
Beim Verriegeln nähst du am Anfang und am Ende einer Naht ein paar Stiche vor und zurück. Das verhindert, dass sich die Naht später wieder öffnet. An der Nähmaschine nutzt du dafür die Rückwärtstaste.
„Rechts auf rechts“ bedeutet: Die schönen Stoffseiten (Außenseiten) liegen beim Nähen aufeinander.
„Links auf links“ bedeutet: Die nicht schönen Stoffseiten (Innenseite des Stoffes) liegen beim Nähen aufeinander. Nach dem Wenden liegt die Naht innen und die schöne Stoffseite außen.
Eine Wendeöffnung ist eine kleine, bewusst offen gelassene Stelle in einer Naht. Durch diese Öffnung wird das genähte Teil nach dem Zusammennähen auf die schöne Stoffseite gedreht (gewendet). Zum Beispiel bei:
- gefütterten Taschen
- Kissenhüllen
- Kuscheltieren
- Kragen oder Belegen
- Accessoires
Beim Kräuseln/Raffen wird Stoff auf eine kürzere Länge zusammengeschoben, sodass kleine Falten entstehen. Das wird oft verwendet bei:
- Röcken
- Puffärmeln
- Rüschen
Kräuseln funktioniert meist mit zwei locker genähten Geradstichen, an deren Fäden vorsichtig gezogen wird.
Ein Beleg ist ein Stoffstück, das z. B. den Hals- oder Armausschnitt von innen sauber versäubert.
Noch gut zu wissen
Einfassen bedeutet, eine offene Stoffkante mit einem zusätzlichen Stoffstreifen sauber zu umschließen. So wird die Kante:
- ordentlich
- haltbar
- oft auch dekorativ
Der Umfang ist das Maß einmal rund um eine bestimmte Körperstelle oder ein Kleidungsstück. Er wird mit einem Maßband gemessen.
VB (Volle Breite) bedeutet, dass die Angaben zum Stoffverbrauch auf eine bestimmte Stoffbreite ausgelegt sind. Den Begriff VB findest du also eher in der Tabelle zum Stoffverbrauch.
Hast du beispielsweise einen Stoff mit einer VB von 150 cm, im Schnittmuster sind jedoch 180 cm angegeben, können dir unter Umständen 30 cm fehlen.
Huch, diesen Begriff kenne ich noch nicht.
Versuch es mit einem anderen Suchbegriff oder Filter.